Unterwegs in Sachen Wohnungsnot

Auf ein Wort: Zu einem Gedankenaustausch treffen sich OB Jürgen Zieger (l.) mit Gabriele Alf-Dietz und Rainer Hillgärtner von der Initiative Gemeinsam für Flüchtlinge in RSKN (Foto: Tanja Iskander)
Auf ein Wort: Zu einem Gedankenaustausch treffen sich OB Jürgen Zieger (l.) mit Gabriele Alf-Dietz und Rainer Hillgärtner von der Initiative Gemeinsam für Flüchtlinge in RSKN (Foto: Tanja Iskander)
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Arbeitspapier zur Behebung der Wohnungsnot
Arbeitspapier der Initiative Gemeinsam für Flüchtlinge in RSKN im November 2017
GfF-Arbeitspapier Wohnen.pdf
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Esslingen 24. November 2017 - Statt  Wohnungsnot gibt es ein Dach über dem Kopf. Anstelle von Wohnungsleerstand werden bezahlbare Mietwohnungen angeboten. Einheimische wie geflüchtete Wohnungssuchende sollen gleichermaßen zum Zuge kommen. Solche Perspektiven erscheinen auf den ersten Blick wenig realistisch. Doch die ehrenamtliche Initiative Gemeinsam für Flüchtlinge in RSKN lässt sich nicht so leicht beirren und setzt auf den Erfolg ihres neuen Dialogangebots. „Es reicht ja nicht, tagein tagaus über den Wohnungsmangel nur zu klagen, entscheidend ist, praktisch tätig zu werden und auch das anzupacken, was bislang links liegen gelassen wurde“, lautet deren Botschaft. Gerichtet ist sie an alle kommunalpolitischen Akteure. Wie breit die Unterstützung für den unkonventionellen Vorstoß am Ende sein wird, das ist noch offen. Eingebettet in eine konzertierte Aktion, setzen die Initiatoren vor allem auf freiwillige Selbstverpflichtungen.

 

Der drei Seiten umfassende Ideenkatalog, ergänzt durch eine detaillierte Faktensammlung, steht unter der Überschrift „Was gegen Wohnungsnot getan werden kann“. In Form und Inhalt ist die Aufgabenliste die erste ihrer Art, die von einer Flüchtlingsinitiative vorgelegt wurde (siehe angefügte Datei).

 

In einem Gespräch mit Esslingens OB Jürgen Zieger (21. 11. 2017), warb die Initiative jetzt um dessen persönliche Unterstützung. Zu den im Ehrenamtspapier formulierten Empfehlungen gehört die Bildung einer breit angelegten bürgerschaftlichen Initiative zur Vermietung von Wohnraum.  Das städtische Amt für Bürgerengagement soll  dafür ein Konzept entwickeln und sich am erfolgreichen Vorgehen anderer Kommunen  orientieren. OB Zieger zeigte sich grundsätzlich offen für die Anregungen aus RSKN und würdigte den praktischen Einsatz der Ehrenamtlichen für geleistete Integrationsarbeit. Vertreter der Flüchtlingsinitiative haben dem OB besonders ans Herz gelegt, er und der Gemeinderat sollten sich auf eine städtische Selbstverpflichtung verständigen. Im Vorschlag dazu heißt es: „Wir [OB / Gemeinderat] wollen im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung nach Recht und Gesetz …  dafür sorgen, dass keine Wohnung ohne sachlichen Grund leer bleibt. Im Interesse der Wohnungssuchenden und im Interesse des sozialen Friedens prüfen wir unverzüglich und ergebnisoffen, welche Wirkung ein  kommunales Zweckentfremdungsverbots etwa bei Wohnungsleerstand entfalten kann. Wir setzen ein solches Verbot dann in Kraft, wenn damit sachgrundloser Wohnungsleerstand unterbunden werden kann…“

 

Nach Schätzungen der Initiative, stehen alleine in den Stadtteilen RSKN von den knapp 4450 Wohnungen mehr als 80 ohne sachlichen Grund leer.